Renault Clio Grandtour 0.9 TCe
Endlich mal ein Franzose!
Was denn?
Ein Renault Clio mit Dreizylinder Turbo und einer 0.9 Liter grossen Hubbesenkammer, alles unter 1000ccm geht nicht als Raum durch. 90PS und 135nM sorgen für Vortrieb.
Ausstattung:
0815 mit Navi, EFH vorne, Tempomat, Start/Stop Automatik, Klima, Navi, Keyless Open/Go
Laufleistung
17600km bei Übernahme
Wie weit?
ca. 140km AB, Stadt, Stau.
Handbuch gelesen?
Nope, keine Zeit.
Erster Eindruck
Lustiges Auto, der Clio ringt mir bei der Übernahme ein Grinsen ab. Der Clio Grandtour will ein Kombi sein, ist aber bestenfalls ein etwas gross gewachsener Hatchback. Der Beifahrersitz sieht aus, als ob eine französische Bulldogge drauf rumgekaut hat und der Dachhimmel hat auch schon ein paar Schrammen. Das Auto musste wohl schon ziemlich einstecken. Finde ich etwas ungerecht.
Zeigefinger (Assistenzsysteme)
ABS, ESP
Antrieb/Motor
In diesem Clio werkelt ein 0.9 Liter "grosser" Dreizylinder mit Turbo. Dies bemerke ich erst beim Motorstart mittels grosser Taste in der Mittelkonsole, dort wo man bei anderen Autos den Aschenbecher sucht. Etwas unruhig im Leerlauf, typisches Dreizylinderknattern, ich ahne schlimmes. Dazu ein 5-Gang Getriebe und Frontantrieb. Ich bin etwas skeptisch...
Innenraum
Ich versteh's nicht. Warum hat man sich bei Renault dazu entschlossen, das Design einer 300Euro Samsung Heimkinoanlage zu übernehmen? Überall dieses schwarze Hochglanzplastik, in der Mittelkonsole, am Lenkrad und die Armaturen sind mit Plastikchrom umrundet. Dass man da drauf den Rotz vom letzten Fahrer noch etwas besser sieht als auf matten Kunststoffen macht's auch nicht besser, wuäch! Und dass das Gefunkel bei Sonneneinstrahlung blendet und spiegelt wie Sau hat wohl keiner gemerkt, die Sonne scheint doch in Frankreich auch mal des öfteren? Und was soll der Unfug mit dem Schlüssel im Format einer Fernbedienung für einen 90er Jahre Fernseher? Das hat doch vor 10 Jahren schon keiner für gut befunden.
Als es darum ging, die Schalter und Bedienelemente im Innenraum zu verteilen, wählte man wohl die Wurfmethode. Man versieht alle Elemente dick mit Kleber und schmeisst sie mit Schmackes in den Innenraum, dort wo sie kleben bleiben, müssen sie wohl hingehören. Von Logik keine Spur. Die Bedienung fürs Radio hat man hinter dem Lenkrad versteckt, da kommt man nur zufällig drauf. Sacré bleu!
Allzu robust scheint der Innenraum nicht zu sein, irgendein Grobmotoriker (ich war's nicht!) hat auf der Beifahrerseite auch schon den Lüftungsschlitz gekillt. So schön, jetzt bläst mir die leistungsfähige Klimaautomatik ordentlich den Marsch mitten auf die Pupille. Mir kommen die Tränen.
Die ersten Kilometer
OK, ich muss zugeben, der Playmobilmotor macht tatsächlich Spass. Hängt gut am Gas, drehfreudig, elastisch. Lenkung ist OK, aber hier erwarte ich jetzt auch keine messerscharfe Lenkung wie in nem Go-Kart.
Nach 10 Kilometern
Die Maschine mag Drehzahlen, ich finde immer mehr Gefallen an dem Franzosen. Der Innenraum beschäftigt mich noch eine Weile, dauernd suche ich irgendwas, regle die Lautstärke des Radios mehrmals erfolglos mit der Regelung der Lüftung und werde mit der Bedienung des Tempomaten fast wahnsinnig. Trotzdem, ich bin amüsiert, das Auto macht trotz der (für meine geltenden Massstäbe) fehlenden 200PS wirklich Spass.
Multimediaplunder
Das Navi mit integriertem Bluetooth ist ein Fall für sich. Eingerahmt von üppig viel Samsungplastik aber immerhin mit Touchscreen, verhält es sich zeitgemäss, solange es Sonntagnachmittag beim Surfen auf Youtube ist. Rucklig, stotterig, Full-HD kann man auch gleich vergessen. Bei Ansagen wird jegliche Musikwiedergabe komplett abgewürgt, die Dame im Navi ist hier der unangefochtene Chef de Cuisine. Die verbauten Lautsprecher tun ihren Dienst ordentlich, vor allem für ein Fahrzeug in dieser Preisklasse. Die Verbindung mit meinem Nokia nimmt die Mediazentrale nur widerwillig auf und die Wiedergabe von Musik ab Handy endet mit verhacktem Sound. Funzt nicht, merde!
Die Fahrt
Die Maschine ist keine Ausgeburt an Leistung und Drehmoment, aber was soll da auch aus 900ccm kommen, trotz Aufladung. Immerhin klingt das Motörchen noch fröhlich und unangestrengt und scheut auch keine hohen Drehzahlen. Im neuen Twingo macht sich die Maschine im Heck sicherlich noch besser, weil leichter, da wäre ich mal scharf drauf. Bei Alltagsdrehzahlen stellt sich auch das Schütteln aus dem Leerlauf ein, Vibrationen und Brummen gibt's hier nicht. Fein.
Das Fahrwerk ist komfortabel ausgelegt, keine sportliche Härte, aber auch kein schwimmen und rumeiern, kein Gepolter. Passt zu dem Auto und der Leistungsklasse. Auf mich macht das Auto einen sicheren Fahreindruck, schwitzige Hände wären bei dem dämlichen Lenkrad aber auch ziemlich unvorteilhaft. Als würde man den Wagen mit einem nicht frischen Fisch lenken wollen...
Wenigstens ist diese Maschine mal ehrlich. Nicht nur, dass man dauernd zum hochschalten aufgefordert wird, non. Hier wird auch klar kommuniziert, dass es wohl besser wäre, wenn man einen oder besser gleich zwei Gänge nach unten schaltet, will man denn auch spürbaren Vortrieb haben. Sympathiqe! Andere Fabrikate machen da keine Eingeständnisse, auch wenn der Motor trotz Pedal im Teppich keinerlei Leistung abgibt, von Runterschalten sagt keiner was, vorher würde man im eigenen Sprit ersaufen.
Der Motor kann aber definitiv nicht als tote Schnecke bezeichnet werden, ich habe jedenfalls nirgendwo Kräuterbutter gesehen.
Fazit
Createur de Malheur? Nein, das wäre übertrieben. Mutig wäre das richtige Wort, beim Design, bei der Ergonomie, der Motorisierung. Hier gehen die Franzosen ihren eigenen Weg und sind auf ihre eigene Art kreativ, aber muss man denn ums Verrecken anders sein als die Klassenprimusse? Muss das Armaturenbrett aussehen wie die HiFi-Ecke bei Mediamarkt? Muss denn mach 17Tsd km Mietwagenleben der Innenraum schon Defekte und dermassen üble Abnutzungserscheinungen haben? Aber irgendwie neigt man dazu, Nachsicht zu üben. Der Franzose beweist Charme uns ist keinesfalls eine graue, langweilige, unwillige Maus wie der Konkurrent aus Spanien. "Drive the Change" mag ein bescheuerter Slogan sein, aber wie man ja seit Asterix weiss...
Kaufen?
Ganz ehrlich? Keine Ahnung. Wer auf französisch und auf schlüpfrige Materialien steht kann sich den Clio mal ansehen bzw. anfassen. Aber man sollte gleich noch ein paar Putzutensilien dazukaufen, die Materialien sehen im Showroom und Prospekt sicher super aus, aber im täglichen harten Gebrauch kann das auch mal aussehen wie der Boden eines Pariser Bordells bei Tag. Praktisch ist der Clio sicherlich, aber man sollte gegenüber kleinen Mängeln besser schmerzfrei sein. Die Maschine find ich wirklich super, sowohl vom Sound als auch von der Leistungsentfaltung, in einem Twingo ist sie wohl perfekt platziert. Nicht unbedingt manifique, aber trotzdem admirable.
Was denn?
Ein Renault Clio mit Dreizylinder Turbo und einer 0.9 Liter grossen Hubbesenkammer, alles unter 1000ccm geht nicht als Raum durch. 90PS und 135nM sorgen für Vortrieb.
Voilà!
Ausstattung:
0815 mit Navi, EFH vorne, Tempomat, Start/Stop Automatik, Klima, Navi, Keyless Open/Go
Laufleistung
17600km bei Übernahme
Wie weit?
ca. 140km AB, Stadt, Stau.
Handbuch gelesen?
Nope, keine Zeit.
Erster Eindruck
Lustiges Auto, der Clio ringt mir bei der Übernahme ein Grinsen ab. Der Clio Grandtour will ein Kombi sein, ist aber bestenfalls ein etwas gross gewachsener Hatchback. Der Beifahrersitz sieht aus, als ob eine französische Bulldogge drauf rumgekaut hat und der Dachhimmel hat auch schon ein paar Schrammen. Das Auto musste wohl schon ziemlich einstecken. Finde ich etwas ungerecht.
Zeigefinger (Assistenzsysteme)
ABS, ESP
Antrieb/Motor
In diesem Clio werkelt ein 0.9 Liter "grosser" Dreizylinder mit Turbo. Dies bemerke ich erst beim Motorstart mittels grosser Taste in der Mittelkonsole, dort wo man bei anderen Autos den Aschenbecher sucht. Etwas unruhig im Leerlauf, typisches Dreizylinderknattern, ich ahne schlimmes. Dazu ein 5-Gang Getriebe und Frontantrieb. Ich bin etwas skeptisch...
Innenraum
Ich versteh's nicht. Warum hat man sich bei Renault dazu entschlossen, das Design einer 300Euro Samsung Heimkinoanlage zu übernehmen? Überall dieses schwarze Hochglanzplastik, in der Mittelkonsole, am Lenkrad und die Armaturen sind mit Plastikchrom umrundet. Dass man da drauf den Rotz vom letzten Fahrer noch etwas besser sieht als auf matten Kunststoffen macht's auch nicht besser, wuäch! Und dass das Gefunkel bei Sonneneinstrahlung blendet und spiegelt wie Sau hat wohl keiner gemerkt, die Sonne scheint doch in Frankreich auch mal des öfteren? Und was soll der Unfug mit dem Schlüssel im Format einer Fernbedienung für einen 90er Jahre Fernseher? Das hat doch vor 10 Jahren schon keiner für gut befunden.
Als es darum ging, die Schalter und Bedienelemente im Innenraum zu verteilen, wählte man wohl die Wurfmethode. Man versieht alle Elemente dick mit Kleber und schmeisst sie mit Schmackes in den Innenraum, dort wo sie kleben bleiben, müssen sie wohl hingehören. Von Logik keine Spur. Die Bedienung fürs Radio hat man hinter dem Lenkrad versteckt, da kommt man nur zufällig drauf. Sacré bleu!
Zuviel Chrom für solch ein Auto
Jep, da unten ist der Schalter für den Tempomat
Bin ich blöd?!
Allzu robust scheint der Innenraum nicht zu sein, irgendein Grobmotoriker (ich war's nicht!) hat auf der Beifahrerseite auch schon den Lüftungsschlitz gekillt. So schön, jetzt bläst mir die leistungsfähige Klimaautomatik ordentlich den Marsch mitten auf die Pupille. Mir kommen die Tränen.
Isch bin défectueux!
Platztechnisch gibt's nichts zu bemängeln, hier findet sich genug Platz für alle, die Frau, die Kinder, die Affäre, ein paar Kisten Wein und ein Baguette, für den der's mag, auch für alles gleichzeitig. Wer gerne mit ner Baskenmütze Auto fährt, findet genug Raum über dem Kopf.
Die ersten Kilometer
OK, ich muss zugeben, der Playmobilmotor macht tatsächlich Spass. Hängt gut am Gas, drehfreudig, elastisch. Lenkung ist OK, aber hier erwarte ich jetzt auch keine messerscharfe Lenkung wie in nem Go-Kart.
Nach 10 Kilometern
Die Maschine mag Drehzahlen, ich finde immer mehr Gefallen an dem Franzosen. Der Innenraum beschäftigt mich noch eine Weile, dauernd suche ich irgendwas, regle die Lautstärke des Radios mehrmals erfolglos mit der Regelung der Lüftung und werde mit der Bedienung des Tempomaten fast wahnsinnig. Trotzdem, ich bin amüsiert, das Auto macht trotz der (für meine geltenden Massstäbe) fehlenden 200PS wirklich Spass.
Das Navi mit integriertem Bluetooth ist ein Fall für sich. Eingerahmt von üppig viel Samsungplastik aber immerhin mit Touchscreen, verhält es sich zeitgemäss, solange es Sonntagnachmittag beim Surfen auf Youtube ist. Rucklig, stotterig, Full-HD kann man auch gleich vergessen. Bei Ansagen wird jegliche Musikwiedergabe komplett abgewürgt, die Dame im Navi ist hier der unangefochtene Chef de Cuisine. Die verbauten Lautsprecher tun ihren Dienst ordentlich, vor allem für ein Fahrzeug in dieser Preisklasse. Die Verbindung mit meinem Nokia nimmt die Mediazentrale nur widerwillig auf und die Wiedergabe von Musik ab Handy endet mit verhacktem Sound. Funzt nicht, merde!
Die Fahrt
Die Maschine ist keine Ausgeburt an Leistung und Drehmoment, aber was soll da auch aus 900ccm kommen, trotz Aufladung. Immerhin klingt das Motörchen noch fröhlich und unangestrengt und scheut auch keine hohen Drehzahlen. Im neuen Twingo macht sich die Maschine im Heck sicherlich noch besser, weil leichter, da wäre ich mal scharf drauf. Bei Alltagsdrehzahlen stellt sich auch das Schütteln aus dem Leerlauf ein, Vibrationen und Brummen gibt's hier nicht. Fein.
Das Fahrwerk ist komfortabel ausgelegt, keine sportliche Härte, aber auch kein schwimmen und rumeiern, kein Gepolter. Passt zu dem Auto und der Leistungsklasse. Auf mich macht das Auto einen sicheren Fahreindruck, schwitzige Hände wären bei dem dämlichen Lenkrad aber auch ziemlich unvorteilhaft. Als würde man den Wagen mit einem nicht frischen Fisch lenken wollen...
Runterschalten! Isch 'abe keine Power!
Der Motor kann aber definitiv nicht als tote Schnecke bezeichnet werden, ich habe jedenfalls nirgendwo Kräuterbutter gesehen.
Createur de Malheur? Nein, das wäre übertrieben. Mutig wäre das richtige Wort, beim Design, bei der Ergonomie, der Motorisierung. Hier gehen die Franzosen ihren eigenen Weg und sind auf ihre eigene Art kreativ, aber muss man denn ums Verrecken anders sein als die Klassenprimusse? Muss das Armaturenbrett aussehen wie die HiFi-Ecke bei Mediamarkt? Muss denn mach 17Tsd km Mietwagenleben der Innenraum schon Defekte und dermassen üble Abnutzungserscheinungen haben? Aber irgendwie neigt man dazu, Nachsicht zu üben. Der Franzose beweist Charme uns ist keinesfalls eine graue, langweilige, unwillige Maus wie der Konkurrent aus Spanien. "Drive the Change" mag ein bescheuerter Slogan sein, aber wie man ja seit Asterix weiss...
Wir spinnen, wir Gallier!
Kaufen?
Ganz ehrlich? Keine Ahnung. Wer auf französisch und auf schlüpfrige Materialien steht kann sich den Clio mal ansehen bzw. anfassen. Aber man sollte gleich noch ein paar Putzutensilien dazukaufen, die Materialien sehen im Showroom und Prospekt sicher super aus, aber im täglichen harten Gebrauch kann das auch mal aussehen wie der Boden eines Pariser Bordells bei Tag. Praktisch ist der Clio sicherlich, aber man sollte gegenüber kleinen Mängeln besser schmerzfrei sein. Die Maschine find ich wirklich super, sowohl vom Sound als auch von der Leistungsentfaltung, in einem Twingo ist sie wohl perfekt platziert. Nicht unbedingt manifique, aber trotzdem admirable.
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