HONDA Civic 1.6 i-DTEC Sport Kombi
Vorwort
Das Wort "Sport" wird ja heute gerne mal für alles verwendet. Wenn man heute mit dem E-Bike 20km ge-E-readelt ist, verkündet man, dass man Sport getrieben hat. Und dabei achtet man natürlich darauf, dass die stolz geschwellte Brust über den Schnitzelfriedhof herausragt. Wenn mich mein Hausarzt fragt, ob ich Sport treibe, verkünde auch ich stinkfrech; "na klar, ich spiel Schlagzeug". Die hochgezogene linke Augenbraue von meinem Arzt sagt dann auch alles über meine sportlichen Ambitionen. Und wenn irgendwo an einem Auto ein Spoiler pappt, dann ist das natürlich auch gleich Spocht. Während wir uns frittenfressenderweise diesen Mist selber einreden, werden wir immer fetter und die Autos werden zusehends unsportlicher. Odrr?!
Was denn?
Ein HONDA Civic der neunten Generation, 1.6 i-DTEC Sport Kombi mit 120PS und 300Nm, handgeschaltet mit 6-Gängen.
Laufleistung
ca. 8000km.
Wie weit?
ca. 60km.
Handbuch gelesen?
Nöp.
Erster Eindruck
Soo, wo ist den hier der Sport? Von vorne? Ne. Von hinten? Ne, zu fett und die Rückleuchten in XXL-Dimension macht das Heck auch nicht schlanker. Von der Seite; immerhin eine schnittige Seitenlinie und schnieke 17" Alus mit Niederquerschnittsbereifung. Im Kofferraum liegen keine Turnschuhe, also auch nix mit Sport im Innenraum. Vielleicht fährt er sich ja sportlich, ich gebe die Hoffnung nicht auf.
Zeigefinger (Assistenzsysteme)
ABS, ESP, Bremsassistent, Start-Stop-Idiot.
Innenraum
Im Gegensatz zu der USS Enterprise hat sich ein bisschen was getan. Immer noch recht futuristisch, aber ein wenig massentauglicher. Das ganze Cockpit wurde mit etwas mehr Weichzeichner versehen, als es noch bei letzten Civic der Fall war.
Erstaunlich, trotz des unkonventionellen Innenraumdesigns ist die Ergonomie immer noch passabel, die Handbremse sitzt nicht am Dachhimmel und man muss den Tempomaten nicht mit dem linken Fuss bedienen. Ihr da bei Renault, so muss das! Über die Bedienung des Multifunktionsdisplays mittels der Lenkradtasten liesse sich allerdings noch diskutieren.
Das mit den Armaturen haben Sie im Rückblick auf den tollen Vorgänger durchgezogen, die Geschwindigkeit wird immer noch getrennt und lediglich in digitaler Form über den klassischen Rundinstrumenten angezeigt. Im Gegensatz zum Vorgänger muss man aber das Lenkrad nicht mehr der Ablesbarkeit des Geschwindigkeitsindikator anpassen, sie haben was dazugelernt und einfach das Lenkrad oben etwas zusammengedrückt bzw. den Drehzahlmesser verkleinert. Btw. der Tacho geht in km/h und nicht in Warp.
Die Sitze sind solala, aber auf der eher kurzen Strecke die ich mit dem Kombivic gefahren bin liess sich das nicht abschliessend beantworten. Was überhaupt nicht toll war, und da haben sie wohl den Vorgänger zitiert, die Rundumsicht. Der Civic ist immer noch kein Auto zum rausgucken und die Landschaft geniessen. Weder hinten noch vorne, überall ist die Karosserie dem prüfenden Blick im Weg, im Bereich der A-Säule liesse sich ein komplettes Zweimannzelt mit Campingkocher und zwei Klappstühlen verstecken. Immerhin, der Blick nach hinten wird durch eine Live-Übertragung der Rückfahrkamera unterstützt; "Wir berichten live aus ihrem Heckbereich, sie überfahren gerade den schizophrenen kläffenden Hamster ihrer hübschen Nachbarin!".
Die ersten Kilometer
Der Civic kommt relativ satt daher. Nicht im Sinne von vollgefressen, sondern im fahrwerkstechnischen Bereich. Die Türen schliessen ebenso satt, die Schaltung geht präzise und die Lenkung vermittelt ein gutes Gefühl zur Strasse. Das Auto vermittelt sofort einen recht soliden und sicheren Fahreindruck. Nix klappert, rattert oder scheppert, auch nicht auf einer sanierungsbedürftigen Hauptstrasse.
Nach 10 Kilometern
Ja, immer noch alles gut, aber wo ist der Sport? Der Diesel hängt dank dem üppigen Drehmoment gut am elektronischen Gaspedal, aber das war's dann auch schon, Drehzahlen mag der Diesel aber überhaupt nicht. Wie untypisch für einen Honda, die sonst für ihre hochdrehenden Schreimotoren bekannt sind. Aber klar, was erwartet man auch von einem Triebwerk, dass anscheinend auch mit einem laschen Frenchdressing laufen würde. Die direkte und wirklich sportliche Lenkung aus dem Vorgänger haben sie leider nicht übernommen.
Multimediaplunder
Ja, da gibt's nicht so viel und ganz ehrlich, ich hab die Bordunterhaltung nicht vollumfassend ausprobiert. Ehrlich gesagt hatte ich aber auch nicht so wahnsinnig Lust drauf, die Lautsprecherbestückung schien auch nicht sonderlich motiviert gewesen zu sein. Etwas blechern und ohne Bauch plärrte mir irgendein Lokalradio aus dem Fussraum entgegen.
Kann es sein, dass die Japaner einfach nicht so anspruchsvoll sind, wenn es um den Musikgenuss im Auto geht? Wenn ich mir es so überlege, ich bin noch nie in einem Mittelklassejapaner gesessen, in welchem mir die Beschallung gefallen hätte oder überhaupt als wirklich gut in Erinnerung blieb. Die Bedienung verdient auch nicht unbedingt einen Preis für intuitive Benutzerführung, aber man gewöhnt sich wohl daran.
Die Fahrt
Die ging bis auf eine kurze Autobahnetappe durch den Berufsverkehr. Leider konnte ich den täglichen Verkehrskollaps auf meiner Heimstrecke gar nicht so richtig geniessen. Rauskucken ist im Honda ja nicht so prickelnd und die Start-Stop-Diktatur im Honda ist eine derjenigen, die so gar nichts im Griff hat und in die Liga der ausserordentlichen Vollidioten gehört. In der Zeit vom Kupplung treten und Gang einlegen bis zum Motorstart hatte mein Hintermann schon seinen Wutausbruch in den Startlöchern und seine Hand bereits zum Schlag auf die Hupe ausgeholt. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis sich das Triebwerk dazu entschlossen hat, seine Arbeit wieder aufzunehmen. Beim ersten Mal habe ich es tatsächlich geschafft, den Gang einzulegen und die Kupplung kommen zu lassen, noch bevor die Maschine wieder gedieselt hat. Kein schöner Moment, wenn das Auto auf den Vordermann loshüpft wie ein Karnickel auf Stereoiden. Tschüss Start-Stop, es war nicht so schön mit dir.
Auch sonst will der Honda ein Ökovic sein. Mittels einer farbenprächtigen Lichtshow signalisiert der Honda mit zwei Balken links und rechts von der Geschwindigkeitsanzeige, ob man denn nun in den Umwelthimmel oder die Hölle kommt. Grün=braver Autofahrer, Blau= böser Umweltverschmutzer! Immerhin, sie haben dazu nicht rot genommen, das wäre dann wohl zu viel der umwelttechnischen Aufdringlichkeiten gewesen. Ich mag dieses Ökogeseiere in Autos halt einfach nicht. Immerhin ist er Innenraum nicht in Wolle, Seide und Bast gehalten.
Abgesehen von dem kleinen Hippie in der Bordelektronik ist der Honda aber ein angenehmer Zeitgenosse. Das Auto hinterlässt einen wertigen und soliden Fahreindruck, welcher von dem stressresistenten Diesel gestützt wird. Innerorts kommt man mit den 120PS/300Nm gut und flott voran, auf der Autobahn jedoch ist das Temperament des Selbstzünders überschaubar. Das liegt auch an der ellenlangen Getriebeabstufung, welche das Geräuschniveau zwar angenehm niedrig hält, aber eben auch den Vortrieb eher etwas kastriert. Mit dem Dieselcivic lässt sich also immer noch kein Sport treiben. Auch wenn das Auto nicht unbedingt den Charakter einer gemütlichen Couch mit Chips und Bier hat, ist dennoch sehr weit von einem Fitnesscenter entfernt, abgesehen von der bunten Beleuchtung im Innenraum.
Das war's dann auch schon, die 60km sind rum. Eigentlich wäre ich gerne noch etwas weiter gefahren und hätte den Kombi ausführlicher getestet. Ich schätze mal, dass der Cidieselvic noch die eine oder andere positive Überraschung parat gehabt hätte und vielleicht hätte ich doch noch das eine oder andere sportliche Attribut gefunden. Aber gerne ein anderes mal wieder.
Fazit
Der Civic ist mir wirklich sympathisch, wir teilen eine grosse Gemeinsamkeit. Nämlich die Sportlichkeit. Auch ich trage gerne Turnschuhe, kleide mich gerne sportlich und für meinen Teil lüge ich gerne meinen Hausarzt an wenn es um die Menge an Sport geht, die ich treibe. Unter dem Strich sind wir also beide genau gleich unsportlich, wir können zwar mal einen kurzen Sprint hinlegen, aber für längere Etappen haben wir einfach zu wenig Puste. Auch ist der Civic mit seinen 1420kg eher einer der leichteren, das kompensiert die eher verhaltene Leistung des Treibwerks etwas, auch wenn es immer noch keinen Sportler aus dem Auto macht. Jedoch, der Civic ist immer noch um einige Schwimmbadlängen sportlicher als z.B. der Astra Kombi und macht auch einen wesentlich wertigeren Eindruck als der Clio Grand Tour. Einzig die bescheuert langsame Start/Stop Automatik ist mir persönlich zu dämlich, als dass ich diese also praktisches oder nützliches Gimmick akzeptieren würde.
Kaufen?
Das Design des Japaners ist wirklich nicht jedermanns Sache. Er ist kantig und unkonventionell geschnitten, worunter auch die praktische Seite etwas leidet. Aber abgesehen davon ist das Auto wirklich gut und durchdacht, fährt sich sehr angenehm und bietet schon von Haus aus eine Menge Ausstattung in seiner Klasse. Für Leute, die gerne mal ausserhalb des marktüblichen Einheitsbreis ihre Blicke schweifen lassen, für diejenigen ist der Honda durchaus einen zweiten Blick und eine Probefahrt wert. Der von mir gefahrene Vorführer kostet mit seinen 8000km etwas weniger als ein fabrikneuer aber minimalst ausgestatteter 1.2er Golf, und dort nennt sich das dann auch noch "Spezialnettopreis!!!".
Das Wort "Sport" wird ja heute gerne mal für alles verwendet. Wenn man heute mit dem E-Bike 20km ge-E-readelt ist, verkündet man, dass man Sport getrieben hat. Und dabei achtet man natürlich darauf, dass die stolz geschwellte Brust über den Schnitzelfriedhof herausragt. Wenn mich mein Hausarzt fragt, ob ich Sport treibe, verkünde auch ich stinkfrech; "na klar, ich spiel Schlagzeug". Die hochgezogene linke Augenbraue von meinem Arzt sagt dann auch alles über meine sportlichen Ambitionen. Und wenn irgendwo an einem Auto ein Spoiler pappt, dann ist das natürlich auch gleich Spocht. Während wir uns frittenfressenderweise diesen Mist selber einreden, werden wir immer fetter und die Autos werden zusehends unsportlicher. Odrr?!
Was denn?
Ein HONDA Civic der neunten Generation, 1.6 i-DTEC Sport Kombi mit 120PS und 300Nm, handgeschaltet mit 6-Gängen.
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vorne schnittig rund... |
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...und hinten brauereipferdig. |
Laufleistung
ca. 8000km.
Wie weit?
ca. 60km.
Handbuch gelesen?
Nöp.
Erster Eindruck
Soo, wo ist den hier der Sport? Von vorne? Ne. Von hinten? Ne, zu fett und die Rückleuchten in XXL-Dimension macht das Heck auch nicht schlanker. Von der Seite; immerhin eine schnittige Seitenlinie und schnieke 17" Alus mit Niederquerschnittsbereifung. Im Kofferraum liegen keine Turnschuhe, also auch nix mit Sport im Innenraum. Vielleicht fährt er sich ja sportlich, ich gebe die Hoffnung nicht auf.
Zeigefinger (Assistenzsysteme)
ABS, ESP, Bremsassistent, Start-Stop-Idiot.
Innenraum
Im Gegensatz zu der USS Enterprise hat sich ein bisschen was getan. Immer noch recht futuristisch, aber ein wenig massentauglicher. Das ganze Cockpit wurde mit etwas mehr Weichzeichner versehen, als es noch bei letzten Civic der Fall war.
Erstaunlich, trotz des unkonventionellen Innenraumdesigns ist die Ergonomie immer noch passabel, die Handbremse sitzt nicht am Dachhimmel und man muss den Tempomaten nicht mit dem linken Fuss bedienen. Ihr da bei Renault, so muss das! Über die Bedienung des Multifunktionsdisplays mittels der Lenkradtasten liesse sich allerdings noch diskutieren.
Das mit den Armaturen haben Sie im Rückblick auf den tollen Vorgänger durchgezogen, die Geschwindigkeit wird immer noch getrennt und lediglich in digitaler Form über den klassischen Rundinstrumenten angezeigt. Im Gegensatz zum Vorgänger muss man aber das Lenkrad nicht mehr der Ablesbarkeit des Geschwindigkeitsindikator anpassen, sie haben was dazugelernt und einfach das Lenkrad oben etwas zusammengedrückt bzw. den Drehzahlmesser verkleinert. Btw. der Tacho geht in km/h und nicht in Warp.
Die Sitze sind solala, aber auf der eher kurzen Strecke die ich mit dem Kombivic gefahren bin liess sich das nicht abschliessend beantworten. Was überhaupt nicht toll war, und da haben sie wohl den Vorgänger zitiert, die Rundumsicht. Der Civic ist immer noch kein Auto zum rausgucken und die Landschaft geniessen. Weder hinten noch vorne, überall ist die Karosserie dem prüfenden Blick im Weg, im Bereich der A-Säule liesse sich ein komplettes Zweimannzelt mit Campingkocher und zwei Klappstühlen verstecken. Immerhin, der Blick nach hinten wird durch eine Live-Übertragung der Rückfahrkamera unterstützt; "Wir berichten live aus ihrem Heckbereich, sie überfahren gerade den schizophrenen kläffenden Hamster ihrer hübschen Nachbarin!".
Die ersten Kilometer
Der Civic kommt relativ satt daher. Nicht im Sinne von vollgefressen, sondern im fahrwerkstechnischen Bereich. Die Türen schliessen ebenso satt, die Schaltung geht präzise und die Lenkung vermittelt ein gutes Gefühl zur Strasse. Das Auto vermittelt sofort einen recht soliden und sicheren Fahreindruck. Nix klappert, rattert oder scheppert, auch nicht auf einer sanierungsbedürftigen Hauptstrasse.
Nach 10 Kilometern
Ja, immer noch alles gut, aber wo ist der Sport? Der Diesel hängt dank dem üppigen Drehmoment gut am elektronischen Gaspedal, aber das war's dann auch schon, Drehzahlen mag der Diesel aber überhaupt nicht. Wie untypisch für einen Honda, die sonst für ihre hochdrehenden Schreimotoren bekannt sind. Aber klar, was erwartet man auch von einem Triebwerk, dass anscheinend auch mit einem laschen Frenchdressing laufen würde. Die direkte und wirklich sportliche Lenkung aus dem Vorgänger haben sie leider nicht übernommen.
Multimediaplunder
Ja, da gibt's nicht so viel und ganz ehrlich, ich hab die Bordunterhaltung nicht vollumfassend ausprobiert. Ehrlich gesagt hatte ich aber auch nicht so wahnsinnig Lust drauf, die Lautsprecherbestückung schien auch nicht sonderlich motiviert gewesen zu sein. Etwas blechern und ohne Bauch plärrte mir irgendein Lokalradio aus dem Fussraum entgegen.
Kann es sein, dass die Japaner einfach nicht so anspruchsvoll sind, wenn es um den Musikgenuss im Auto geht? Wenn ich mir es so überlege, ich bin noch nie in einem Mittelklassejapaner gesessen, in welchem mir die Beschallung gefallen hätte oder überhaupt als wirklich gut in Erinnerung blieb. Die Bedienung verdient auch nicht unbedingt einen Preis für intuitive Benutzerführung, aber man gewöhnt sich wohl daran.
Die Fahrt
Die ging bis auf eine kurze Autobahnetappe durch den Berufsverkehr. Leider konnte ich den täglichen Verkehrskollaps auf meiner Heimstrecke gar nicht so richtig geniessen. Rauskucken ist im Honda ja nicht so prickelnd und die Start-Stop-Diktatur im Honda ist eine derjenigen, die so gar nichts im Griff hat und in die Liga der ausserordentlichen Vollidioten gehört. In der Zeit vom Kupplung treten und Gang einlegen bis zum Motorstart hatte mein Hintermann schon seinen Wutausbruch in den Startlöchern und seine Hand bereits zum Schlag auf die Hupe ausgeholt. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis sich das Triebwerk dazu entschlossen hat, seine Arbeit wieder aufzunehmen. Beim ersten Mal habe ich es tatsächlich geschafft, den Gang einzulegen und die Kupplung kommen zu lassen, noch bevor die Maschine wieder gedieselt hat. Kein schöner Moment, wenn das Auto auf den Vordermann loshüpft wie ein Karnickel auf Stereoiden. Tschüss Start-Stop, es war nicht so schön mit dir.
Auch sonst will der Honda ein Ökovic sein. Mittels einer farbenprächtigen Lichtshow signalisiert der Honda mit zwei Balken links und rechts von der Geschwindigkeitsanzeige, ob man denn nun in den Umwelthimmel oder die Hölle kommt. Grün=braver Autofahrer, Blau= böser Umweltverschmutzer! Immerhin, sie haben dazu nicht rot genommen, das wäre dann wohl zu viel der umwelttechnischen Aufdringlichkeiten gewesen. Ich mag dieses Ökogeseiere in Autos halt einfach nicht. Immerhin ist er Innenraum nicht in Wolle, Seide und Bast gehalten.
Das war's dann auch schon, die 60km sind rum. Eigentlich wäre ich gerne noch etwas weiter gefahren und hätte den Kombi ausführlicher getestet. Ich schätze mal, dass der Cidieselvic noch die eine oder andere positive Überraschung parat gehabt hätte und vielleicht hätte ich doch noch das eine oder andere sportliche Attribut gefunden. Aber gerne ein anderes mal wieder.
Fazit
Der Civic ist mir wirklich sympathisch, wir teilen eine grosse Gemeinsamkeit. Nämlich die Sportlichkeit. Auch ich trage gerne Turnschuhe, kleide mich gerne sportlich und für meinen Teil lüge ich gerne meinen Hausarzt an wenn es um die Menge an Sport geht, die ich treibe. Unter dem Strich sind wir also beide genau gleich unsportlich, wir können zwar mal einen kurzen Sprint hinlegen, aber für längere Etappen haben wir einfach zu wenig Puste. Auch ist der Civic mit seinen 1420kg eher einer der leichteren, das kompensiert die eher verhaltene Leistung des Treibwerks etwas, auch wenn es immer noch keinen Sportler aus dem Auto macht. Jedoch, der Civic ist immer noch um einige Schwimmbadlängen sportlicher als z.B. der Astra Kombi und macht auch einen wesentlich wertigeren Eindruck als der Clio Grand Tour. Einzig die bescheuert langsame Start/Stop Automatik ist mir persönlich zu dämlich, als dass ich diese also praktisches oder nützliches Gimmick akzeptieren würde.
Kaufen?
Das Design des Japaners ist wirklich nicht jedermanns Sache. Er ist kantig und unkonventionell geschnitten, worunter auch die praktische Seite etwas leidet. Aber abgesehen davon ist das Auto wirklich gut und durchdacht, fährt sich sehr angenehm und bietet schon von Haus aus eine Menge Ausstattung in seiner Klasse. Für Leute, die gerne mal ausserhalb des marktüblichen Einheitsbreis ihre Blicke schweifen lassen, für diejenigen ist der Honda durchaus einen zweiten Blick und eine Probefahrt wert. Der von mir gefahrene Vorführer kostet mit seinen 8000km etwas weniger als ein fabrikneuer aber minimalst ausgestatteter 1.2er Golf, und dort nennt sich das dann auch noch "Spezialnettopreis!!!".
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